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Ruhigbleiben, erst mal was anderes machen, sachlich reagieren...

Gesucht wird jeweils beste Business-Tipp von Gitte von Unternehmens-Kick, die Blogparade läuft bereits heute aus, das heißt ihr könnt nicht mehr teilnehmen. Dafür gibt's jedoch schon einige interessante Beiträge und die Auswertung wird auch nicht lange auf sich warten lassen. Mein bester Tipp, stammt schon aus Kindertagen, mir wurde beigebracht, dass es niemals einen Grund gibt, unhöflich zu reagieren. Ich habe das im Lauf der Jahre ausgebaut und geübt, inzwischen klappt es meist ganz automatisch. Dieser Tipp schadet auch im Alltag außerhalb des Geschäftslebens nicht, aus meiner Sicht ist es da jedoch manchmal schwieriger umzusetzen, weil noch mehr Emotionen im Spiel sind. Im Rahmen des beruflichen Lebens, ist es meines Erachtens besonders wichtig, ruhig und sachlich zu bleiben. Im Familien- und Freundeskreis verzeihen die Betroffenen auch mal einen Ausrutscher, im Berufsleben, kann das schon ziemlich schnell schief gehen.

Ruhigbleiben, obwohl...

Sei es ein Mail, ein Anruf, ein direkter Kontakt, das ist ganz egal. Mal schimpft ein Kunde, mal nervt ein Verkäufer oder irgendwo im Netz meint jemand mich angreifen zu müssen. Manche Momente fallen kaum auf, andere sind besonders schwierig ab und zu kommt ein persönlicher Angriff, der einen wunden Punkt trifft. Beispiele gibt es im Alltag bei uns allen zur Genüge, und immer mal wieder gibt es Situationen, in denen ich mal kurz "wie ein HB-Männchen in die Luft gehe". Aber das muss ja mein Gegenüber nicht so deutlich mitbekommen, selbst im direkten Kontakt, gibt es Varianten:
  • ich kann zunächst immer höflich bleiben
  • ich kann erstmal tief Luft holen
  • ich kann nachfragen, ob es so gemeint war, wie ich es verstanden habe
und damit habe ich schon ein bisschen Zeit gewonnen. Zeit um mein Hirn wieder einzuschalten und sachlich reagieren zu können. Manches hat sich durch eine Nachfrage bereits erledigt, weil's gar nicht so gemeint war, wie es bei mir ankam. Bereits mit ein bisschen Hirn und weniger Emotion, bin ich in der Lage die Situation zu verschieben und erst einmal einfach stehen zu lassen, was mein Gegenüber in den Raum gestellt hat. Einige Stunden oder Tage später, kann ich für jede Situation auseinanderhalten, was da sachlich dran war und was vielleicht ein persönlicher Angriff.

Konflikte vermeiden, um ruhig zu bleiben?!

Persönliche Angriffe lasse ich im Geschäftsleben meist unkommentiert stehen, denn dort sind es selten Menschen, die sich mit mir ernsthaft auseinandersetzen wollen. Problemlos lassen sich die sachlichen Punkte klären, denn wenn ich sachlich bleibe, lasse ich meinem Gegenüber nur wenig Platz, um erneut anzugreifen. Mir fallen die Situationen am leichtesten, in denen ich kurz aus der Situation gehen kann. Auf den Balkon, ein Kaffee, einige Minuten allein, dann sieht die Welt schon wieder ganz anders aus. Ich vermeide Konflikte nicht, ich trage sie schon aus, egal mit wem, aber dafür habe ich Regeln:
  • persönliche Angriffe ignorieren
  • sachliche Kritik ernst nehmen und für mich selbst hinterfragen
  • Fakten sammeln und anhand derer den Konflikt angehen
  • versuchen nichts zu denken, was ich nicht auch sagen würde (Schimpfwörter z.B.)
Bei mir klappt dieser Umgang mit Ärgerlichem in beide Richtungen. Nicht nur, wenn ich angegriffen werde, ist es gut ruhig zu bleiben. Auch, wenn nicht insbesondere gilt es umgekehert. Wenn mich etwas ärgert, stört, nervt, gehe ich ähnlich vor und nehme mir Zeit um die Fakten zu sammeln und sie vom HB-Männchen-Gefühl zu trennen. Denn was will ich denn im Grunde? Ich möchte etwas bei meinem Gegenüber erreichen. Welche Chance habe ich hopsend, in-die-Luft-gehend, schreiend, angriffslustig und unsachlich, dass die andere Person mir auch nur zuhört? Nahezu keine? Eben. Deshalb egal wann, egal wo, egal mit welchen Beteiligten, ich versuche immer zumindest äußerlich ruhig zu bleiben.

Noch keine Kommentare

  • Hans-Georg Stiefel
    Hans-Georg Stiefel  
    Liebe Ute, irgendwie kommt mir diese Ansicht und vor allem das HB-Männchen bekannt vor. Jetzt frage ich mich, wo denn die Energie eines persönlichen Angriffs bleibt. Prallt die einfach so ab, verpufft, weil ohne Widerstand? Oder wird sie verdrängt? Was heißt genau: ignorieren? Verbal? Geht es dann noch einige Zeit innerlich weiter mit einem entsprechenden Dialog? Die Methode, zu "versuchen nichts zu denken, was ich nicht auch sagen würde (Schimpfwörter z.B.)" erweitere ich, gelegentlich mit gewisser Verzögerung, indem ich mir vorstelle, andere Menschen könnten hören, was ich über sie denke. Dann hört die mentale Verurteilung meist blitzartig auf. Herzliche Grüße Hans-Georg
  • ute
    ute  
    Hallo Hans-Georg, die Energie stecke ich vor allem in meine sachliche Argumentation. Damit verpufft sie nicht, sondern wird umgeleitet, und daraus kommt der Widerstand, je besser mir das gelingt, desto besser die Argumentation und die trifft somit auch intensiver, denn dagegen lässt sich nur ebenfalls sachlich argumentieren. Das passiert selten, meistens ist damit die Situation beendet. Insbesondere dann, wenn es noch jemand mitbekam, ist das für den Angreifenden recht peinlich. Verdrängt? Nein, deshalb der Hinweis auf "äußerlich in der Situation ruhig bleiben", es gibt laute Musik, sich bewegen, es kann schon mal was zu Bruch gehen, sobald da niemand mehr ist. Ignorieren heißt nicht beachten, nicht darauf eingehen, mich nicht dazu hinreißen lassen, mit einem ebenfalls persönlichen Gegenangriff zu reagieren. Innerlich geht es solange weiter, bis ich Gelegenheit hatte sachlich zu argumentieren, danach ist gut. Ich weiß von mir, dass das was ich denke auch mal rausrutschen könnte, das ist so ähnlich, wie sich vorzustellen, es könnte jemand hören. Gute-Nacht-Gruß Ute

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