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Quantität vor Qualität hilft keinem Webauftritt

Weil es grad nochmal passt, weil es immer jemand gibt, der/die es gerade wissen will, weil es eine weitere Blogparade gibt (Traffic-Tipps für neue Blogs läuft nur noch heute), weil... Es gab ja grad erst den Beitrag zu Statistiken und dort im zweiten Teil: Wie kommt man zu Besuchern. Als ich las, es gäbe eine Blogparade mit Traffic-Tipps, dachte ich zunächst: "och nee, nicht schon wieder, nicht noch eine..." Beim genaueren Lesen stellte ich fest, dass Peer jedoch auch noch auf andere Aspekte eingehen möchte. Zu kostenpflichtigen Maßnahmen kann ich nichts sagen, das käme für mich nicht in Frage. Nochmal erwähnen möchte ich, den meines Erachtens wichtigsten Punkt: "Es ist unsinnig möglichst viele Besucher haben zu wollen, sinnvoll sind nur diejenigen, die auch bleiben wollen."

Gesamtbesucherzahlen

Für mich sind die Gesamtbesucherzahlen nicht sonderlich relevant, was mich interessiert ist das Verhältnis von Besuchern zu Seitenaufrufen. Was helfen tausende von Besuchern, wenn sie höchstens auf einer Seite bleiben und nichts weiteres sehen wollen. Diese Besucher wollen nichts von meiner Seite, sie werden sicherlich auch keinen Feed abonnieren oder gern wiederkommen.

Verhältnis Besucher zu Seitenaufrufen

Ich möchte diejenigen mit Inhalten fesseln, die an Themen meiner Webseite interessiert sind. Diese Besucher lesen jedoch mehr als eine Seite, d.h. bei Interessierten ist das Verhältnis von Besucher zu Seitenaufrufen wenigstens bei 1 : 3, klappt das nicht, dann passen Besucher und Seite nicht zusammen. Sicherlich klappt das nicht bei allen Webauftritten, aber gerade bei Blogs sollte es schon so in etwa drin sein. Hier auf dem Blog passt das inzwischen schon ganz gut, im Schnitt sind es rund sieben Seiten, die pro Besucher aufgerufen werden.

Die besten Bloginhalte

Nein, die besten Inhalte, sind nicht die, die die meisten Besucher anziehen, die besten Inhalte, sind die zu den Themen, die den jeweiligen Blogger wirklich interessieren. Denn gute Inhalte kann man meines Erachtens nur schreiben, wenn man das Thema mag, zu dem man schreibt. Vegetarier sollen keine Tipps für die beste Metzgerei schreiben, ebenso unsinnig sind die besten Wege sich vegetarisch zu ernähren von Liebhabern des täglichen Wurstbrots. So klingt das logisch und doch existieren im Netz viele Blogs in denen ähnliches versucht wird, indem Es hilft nicht über das gerade angesagte Topthema zu schreiben, denn meist schreiben viele andere auch schon darüber, wenn der eigene Artikel dann auf Platz 3.227 von 123.417 steht, findet ihn kaum jemand.

Zielgruppe des Blogs finden

Suchmaschinen und Menschen mögen es, wenn sie wissen zu welchen Themen sie Inhalte im Blog finden. Die Konsequenz daraus ist, dass themenorientierte Blogs es leichter haben, Leser zu finden. Wer zu einem bestimmten Thema was zu sagen hat, liest auch gern andere Blogs zu diesem Thema, kommentiert mal und wird so in den Kreisen bekannt, in denen sich die eigene Zielgruppe befindet.

Was ist denn eigentlich Erfolg bei Blogs?

Laut Statistik der deutschen Blogcharts muss man im Moment 668 Links aufs Blog haben, die technorati berücksichtigt, um unter die ersten 10 Blogs in Deutschland zu kommen. Um Nummer 1 zu sein, müsste man mehr als 1838 Links haben, will man dagegen "nur" unter die ersten 100 Blogs kommen, so genügen im Moment 186 Links, die bei technorati als Authority gewertet werden. wikio.de wertet ein bisschen anders, aber sehr groß sind die Unterschiede bei den ersten Plätzen nicht, da stehen überwiegend dieselben Blogs. Dort werden Blogs außerdem nach Kategorien sortiert auf den ersten Plätzen gibt es die Kategorien:
  • High-Tech
  • Politik
  • Kultur
  • Sonstige
  • Marketing
  • Media
  • SEO
An diesen vielfältigen Kategorien sieht man, dass es sehr unterschiedliche Themen gibt, mit denen ein Blog erfolgreich sein kann. Schaut euch doch mal die ersten zehn, fünfzehn Top-Blogs an, ich bin ziemlich sicher, dass die meisten, ähnlich wie ich, zwei oder drei dieser Blogs gut finden, aber ganz sicher nicht alle. Menschen sind verschieden und interessieren sich für unterschiedliche Themen mehr oder weniger, deshalb können Blogs zu allen Themen erfolgreich sein, aber nicht jedes Blog interessiert alle Blogleser. Überlegt euch, was euch interessiert, was ihr gern lest, das sind Themen, über die ihr wahrscheinlich auch gern regelmäßig schreibt, konzentriert euch auf diese Themen, dann ergibt sich eure Zielgruppe von selbst.

Kostenlose Maßnahmen für ein erfolgreiches Blog

Meines Erachtens gibt es nicht die Maßnahme, die perfekt funktioniert. Die Kombination einiger Punkte macht Blogs erfolgreich, auch hier empfiehlt es sich mal auf die Top-Blogs zu schauen, was die so tun. Die Topblogs, die ich lese tun folgendes:
  • regelmäßig schreiben
  • regelmäßig andere Blogs lesen und kommentieren
  • regelmäßig eigene Inhalte und die eigene Meinung mit einbringen
  • Schwerpunkte bei den Themen setzen
  • gute Funktionalität des Blogs in jeglicher Hinsicht (leichte bedienbare Kommentarfunktion, ein gesundes Maß an Plugins, gut lesbares Layout)
  • sinnvolle Links zu anderen Seiten, wenn es zum Beitrag passt, kein no-follow in den Kommentaren
Manches was sich für neue Blogs empfiehlt, müssen die Top-Blogs nicht mehr machen, insbesondere alles was mit bekannt werden zu tun hat, ist ja nicht mehr nötig. Bekannt werden klappt ergänzend mit folgenden Punkten:
  • sinnvolle SEO-Maßnahme, wie:
    • sprechende URLs
    • sinnvoll benannte Kategorien
    • gut strukturierte Beiträge mit Überschriften, Listen usw.
  • anmelden in Linkverzeichnissen und Webkatalogen (den gewünschten Suchbegriff eingeben und schauen welche Verzeichnisse im vorderen Bereich auftauchen, gibt Hinweise, welche Verzeichnisse gerade sinnvoll sind)
  • nutzen von Social Bookmarks (ich halte es nicht für sinnvoll jeden Beitrag mit zwanzig Links zu solchen Diensten zu füllen, aber bei ein, zwei Diensten das eigene Blog und den ein oder anderen Beitrag eintragen hilft bekannter zu werden)
  • teilnehmen an Blogparaden
    • nicht mit inhaltsleeren Beiträgen einfach an jeder Blogparade
    • Blogparaden zu Themen des eigenen Blogs nutzen
    • mit guten Beiträgen auffallen, die einen Mehrwert bieten
  • Artikelserien zu einem Thema sind eine Möglichkeit um Leser ans Blog zu binden

Fazit

Für mich war es sinnvoll mich zunächst ins Thema einzulesen. Zuerst habe ich nach Hinweisen von erfahreneren Bloggern gesucht, was die für sinnvoll halten, um Besucher zu bekommen. Aus diesen Informationen habe ich mir mein, zu mir passendes, Sortiment genommen und mich daran gehalten. Ein wichtiger Punkt ist meines Erachtens das regelmäßige Bloggen und das regelmäßige Anwenden der genutzten Maßnahmen. Ab und zu ein Blick in die Statistiken, um zu prüfen, ob man auf dem richtigen Weg ist, halte ich ebenfalls für wichtig. Übertriebenes Statistiken prüfen, installieren von unzähligen verschiedenen Tools halte ich für unnötig, egal welche Software man nutzt, es geht um den Trend im eigenen Blog, nicht um absolute Zahlen. Ich glaube nicht, dass sich an den Grundlagen, wie ein Blog erfolgreich wird sehr viel ändert. Denn von allen Maßnahmen abgesehen, erfolgreich sind nur Blogs, die regelmäßige interessante Inhalte liefern, alles andere sind Einstiegshilfen, bringt erste Besucher, aber nicht den durchgehenden Erfolg.

5 Trackbacks

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  • Traffic-Tipps für neue Blogs - 13 Artikel mit den besten Tipps für Blog-Neulinge
    Traffic-Tipps für neue Blogs - 13 Artikel mit den besten Tipps für Blog-Neulinge 

    [...] Zu guter letzt hat auch die Ute von Miradlo.net einen Traffic-Beitrag zu meiner Blogparade [...] ...
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    Wozu ein Unternehmensblog und warum grad mit Wordpress? » miradlo bloggt 

    [...] automatische Pings an Verzeichnisse wie Technorati usw. Ansonsten all das, was ich schon im Artikel Quantität vor Qualität beschrieben [...] ...
  • Das Traffic-Kompendium | Digitale-Infoprodukte.de
    Das Traffic-Kompendium | Digitale-Infoprodukte.de 

    [...] Qualität und Quantität bei Webauftritten und die Effekte auf das Trafficvolumen http://miradlo.net/bloggt/blog/quantitaet-vor-qualitaet-hilft-keinem-webauftritt [...] ...
  • dunkelangst.org ein privates Hobby von H. Roewer
    dunkelangst.org ein privates Hobby von H. Roewer 

    [...] Quantität vor Qualität hilft keinem Webauftritt [...] ...
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    miradlo bloggt 
    ...s9y angepasst: Linkstruktur, umleiten...
    Zu der Umstellung auf Serendipity gab einige Rückmeldungen, dankeschön dafür. Einiges habe ich noch angepasst, anderes lässt sich leider nicht mit sinnvollem Aufwand ändern. Mir war vorher klar, dass eine Umstellung der Blogsoftware bei einem schon se ...

6 Kommentare

Linear

  • Markus Thies
    Markus Thies  
    Danke für die guten Ideen. Man sollte sich immer vergegenwärtigen, daß ein Blog kein Selbstzweck ist. Das Blog ist ein Medium, mehr nicht. Und es ist auch kein Wettkampf um den besten PR oder die beste Platzierung. Ich bin bei meinem privaten Blog immer noch auf der Suche nach dem, was das große Thema ist. Bei dem http://www.tischtennis-blog.de ist dies wesentlich einfacher. Da kenn ich mich im Thema aus, kenne die Zielgruppe und weiß, was ich will. Für das private Blog sieht dies völlig anders aus. Daher ist Dein Artikel sehr anregend. Danke
  • ute
    ute  
    Freut mich, dass du mit dem Artikel was anfangen kannst, danke. Hab grad mal in dein privates Blog gespickelt, da fiel mir auf, dass ich (Erdkunde 6 setzen) natürlich erst mal überhaupt suchen musste, wo denn nun Göttingen liegt. So ein bisschen Regionales finde ich manchmal grad bei Orten spannend, die ich so gar nicht kenne. Was ich mir schon öfter mal bei Blogs mit regionalen Anteilen gewünscht hätte, ist ein leicht zu findender Beitrag der eine Kurzbeschreibung der Stadt enthält, kann ja z.B. mit einem Link zu Wikipedia ergänzt werden. Für diesen Zweck würde ich eher eine Seite in Wordpress nutzen, (hier z.B. das miradlo bloggt Archiv und über miradlo bloggt).
  • Dunkelangst
    Dunkelangst  
    Hey, danke für deine Ideen. So grob hatte ich diese auch schon im Kopf, jedoch nicht so tiefgreifend und ausführlich. Ich habe persönlich keine Lust auf ein "Einthemen" Blog. Ich denke, dass es nicht umsonst Kategorien angeboten werden, die man auch einzeln als feed abonnieren kann. Wenn sich also ein potenzieller Besucher nur für ein einziges Thema interessiert, muss er nicht meinen kompletten feed abonnieren. Sicherlich werde ich daher nicht so viele Besucher auf meinen Blog bekommen wie andere. Ich denke aber eben auch, dass mein Leben zu facettenreich ist, als dass ich nur und ausschließlich über ein einziges Thema bloggen möchte. Ich hoffe einfach auf facettenreiche Besucher, die genauso wenig in eine einzige Schublade passen.... Ansonsten: Super Beitrag. Hab mir den mal separat als Lesezeichen kopiert...
  • ute
    ute  
    Danke fürs Kompliment. Was mir ergänzend so im Nachhinein grad noch einfällt: Regelmäßiges Bloggen ist sicher wichtig, allerdings schadet bei bestehenden Blogs auch mal eine Pause nicht sonderlich. Dass ich jetzt auf beiden Blogs (uteles Blog und hier) über den Sommer weniger schrieb war nicht weiter schlimm, denn ich habe schon einige Stammleser und auch in Suchmaschinen werden so oder so schon einige Beiträge gefunden. Schwierig wird es jedoch bei Blogs, die anfangs mal zwanzig Beiträge hatten, dann aber über Wochen völlige Sendepause, dann mal zwei, drei und danach wieder nichts. Eine gewisse Regelmäßigkeit empfiehlt sich also durchaus.
  • Dunkelangst
    Dunkelangst  
    Ja, auch mit dem regelmäßigen Schreiben hast du Recht. Aber ich möchte auch nur dann etwas schreiben, wenn ich wirklich etwas zu sagen habe. Beiträge, die man nur schreibt damit man nicht in Vergessenheit gerät, können in meinen Augen auch viele Leser vergraulen... Ich denke, dass ich als Leser halt auch immer eine gewisse gleichmäßige Qualität von Beiträgen erwarte. Wenn ein Blog mal einige Wochen nichts schreibt, ist das eigentlich kein Problem für mich, denn der bleibt ja trotzdem in meinem Feedreader erhalten. Wenn dann wieder etwas kommt, bekomme ich das dann auch mit... Das ist auch der Grund, weshalb die regelmäßigen Leser einem Blog meistens treu bleiben.
  • ute
    ute  
    Dunkelangst: Aber ich möchte auch nur dann etwas schreiben, wenn ich wirklich etwas zu sagen habe. ;-) Klar, ich meinte jetzt nicht, dass es sinnvoll ist irgendwelchen Unsinn mal eben hinzuschludern, Hauptsache da steht was. Ich meine eher ein bisschen planen. Ich schreibe oft mehrere Artikel kurz nacheinander und veröffentliche sie dann nach und nach. Sonst kämen sehr häufig fünf an einem Tag und dann wochenlang nichts, das finde ich nicht gut. Klar, wenn etwas grad aktuell ist, dann muss es sofort raus, aber sonst kann es meist durchaus in etwas regelmäßigeren Abständen publiziert werden. Dunkelangst: Wenn ein Blog mal einige Wochen nichts schreibt, ist das eigentlich kein Problem für mich, denn der bleibt ja trotzdem in meinem Feedreader erhalten. Jep, wenn ein Blog es erstmal bis in den Reader geschafft hat ist es auch nicht mehr so wichtig, aber wenn schon anfangs die Regelmäßigkeit fehlt ist die Chance nicht hoch überhaupt gelesen zu werden.

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